Die Öffnung des Aktienmarktes in China für Börsengänge ausländischer Unternehmen nimmt Gestalt an. Nachdem der Staatsrat im März konkrete Richtlinien veröffentlicht hat, nach denen künftig der Verkauf von Aktien ausländischer Unternehmen auf Yuan-Basis an der Börse Shanghai abgewickelt wird, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.
Die britische Bank HSBC hat großes Interesse, an ihrem historischen Sitz in Shanghai als erstes ausländisches Börsenunternehmen Aktien verkaufen zu können. Anfang 2010 könnte es so weit sein.
Weitere Interessenten sollen die Hang Seng Bank aus Hongkong, die Bank of East Asia und Procter & Gamble sein.
Heißester Börsenkandidat aus dem Ausland dürfte aber HSBC Holdings sein, vor 144 Jahren in Shanghai und Hongkong gegründet. Aus Marktkreisen verlautet, Berater arbeiteten an einem innerchinesischen Börsengang mit einem Emissionsvolumen von mehr als 5 Milliarden Dollar in chinesischen A-Aktien.
Die Bank besitzt das größte Filialnetz eines ausländischen Institutes in China. Nach Investitionen von mehr als 5 Milliarden Dollar in den vergangenen acht Jahren auf dem Festland will HSBC bis Ende 2009 100 Geschäftsstellen in China betreiben, 80 waren es Ende 2008.
Als chinesisches Unternehmen, das bislang nur in der Sonderverwaltungszone Hongkong firmiert, dürfte die Telefongesellschaft China Mobile den Reigen der “ausländischen” Erstnotizen in Shanghai eröffnen. An der Börse Hongkong ist China Mobile seit 1997 notiert.
Marktkenner warnen allerdings vor einem Ende der Hausse an den festlandchinesischen Börsen in der zweiten Jahreshälfte 2009. Der langsamere Zufluss von Liquidität und neuen Krediten könne die Stimmung der Anleger und die Kurse negativ beeinflussen. Belastend könnten sich auch Entscheidungen der Politiker auswirken, die eine Spekulationsblase verhindern wollten, sowie weitere Börsengänge. (Quelle: Bloomberg & FAZ-Net)
