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China Business Aktuell: Maschinen- & Anlagenbau

10. September 2009 · Keine Kommentare · Generelles, Konjunkturprogramme, Maschinenbau, Schiffbau, Wirtschaft

Marktentwicklung

Der chinesische Maschinenbau hat insgesamt die schlimmsten Folgen der Weltwirtschaftskrise wohl schon überwunden. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Segmente in schweres Wetter geraten sind. Insbesondere Branchen, deren Abnehmer stark exportorientiert sind, wie beispielsweise Hersteller von Textilien und Bekleidung oder Kunststofferzeuger, vermelden massive, teils Existenz bedrohende Umsatzverluste.

So gingen die Umsätze der Textilmaschinenproduzenten schon in den ersten elf Monaten 2008 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 10,4% zurück. In den ersten beiden Monaten 2009 hat sich die Lage weiter verschärft, so dass die Erlöse um weitere 19% einbrachen.

Andere Maschinenbausparten, deren Kunden weniger vom Exportgeschäft abhängen, hat die Krise nur leicht getroffen. Hinzu kommt, dass die Konjunktur- und Stimulanzprogramme der chinesischen Regierungen aller Ebenen in vielen Bereichen ihre Wirkung zeigen. Dies gilt insbesondere für die Abnehmer im Kraftfahrzeugbau, dem Tiefbau und im Eisenbahnsektor.

Auch der Maschinenbau selbst konnte im Zuge der Entwicklung wieder bessere Zahlen ausweisen. So erhöhten sich im gleichen Zeitraum die Investitionen im allgemeinen Maschinenbau um 47,6% auf 13,5 Mrd. Euro, während sie in der Sparte der Spezialmaschinen sogar um 42,4% auf 9,7 Mrd. Euro zulegten.

Beobachter sehen daher die wichtigsten Abnehmer des Maschinenbaus wieder im Aufwind. Hierzu gehören in erster Linie der Kraftfahrzeugbau, die Luft- und Raumfahrt, der Eisenbahnsektor, die Bergbauindustrie und die Bauwirtschaft.

Gemischt sind die Aussichten dagegen im Stahlsektor, der ohnehin unter Überkapazitäten und einem dramatischen Einbruch der Exportgeschäfte leidet. Auch konsumnahe Branchen mit starker Auslandsorientierung dürften noch nicht das Sclimmste hinter sich haben.

Der Kraftfahrzeugbau hat sich – teils unterstützt durch Konjunkturprogramme der Regierung – nachhaltig erholt. Dies wird anhand der Produktionszahlen für die ersten acht Monate 2009 überdeutlich. So stieg die Kfz-Produktion insgesamt im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 6,23 Mio. Einheiten. Allein im August nahm der Ausstoß mit 853.300 Einheiten im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast 90% zu, so dass im Jahr 2009 insgesamt sicherlich mehr als 10 Millionen Fahrzeuge von den Bändern rollen dürften.

Auch der Stahlsektor, der überdurchschnittlich von einer steigenden Inlandsnachfrage profitiert, hat offensichtlich die Wende geschafft. Immerhin wies der Sektor im Berichtszeitraum einen Zuwachs beim Ausstoß um 3,7% auf 254 Mio. to aus (Mai: +7,4% auf 57 Mio. t). Und selbst der gebeutelte Kunststoffsektor zeigt ansatzweise wieder positive Signale, da dort die Erzeugung (Endprodukte) bis Mai um 6,2% auf 16 Mio. tozulegen konnte.

Der Schiffsbau befindet sich ebenso noch in der Nähe des Wellenkamms. Für die ersten fünf Monate wird ein Wachstum von 37,6% auf 15,0 Mio. DWT gemeldet. Brancheninsider erwarten allerdings, dass diese Branche jetz bald ins Wellental surfen wird, sobald die Werften ihre derzeit noch vollen Auftragsbücher abgearbeitet haben. Neue Aufträge (vor allem aus dem Ausland) sind noch nicht in Sicht.

Außenhandel in 2008

2008 konnte die VR China ihre Maschinenausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 36,1% auf 79 Mrd. Euro steigern und damit erstmals das bislang drittplazierte Italien (78,9 Mrd. Euro) hinter sich lassen. Da die Importe nur um 17% auf 50 Mrd. Euro zulegten, wies die Branche erstmals einen Handelsbilanzüberschuss in Höhe von 7,5 Mrd. Euro auf.

Deutschland ist als Lieferant von Maschinen traditionell sehr stark vertreten. Die chinesischen Importe von dort erhöhten sich 2008 um 24,7% auf 13,8 Mrd. Euro. Unter den größten Lieferländern war dies der höchste Zuwachs. Marktführer blieb aber weiterhin Japan mit einer Steigerung um 13,4% auf 18,5 Mrd. Euro. An dritter Stelle rangierten die USA, deren Lieferungen um 20,8% auf 8 Mrd. Euro zunahmen.

Größter Einfuhrposten waren 2008 wie im Vorjahr Metallbearbeitungsmaschinen, die um 9% auf 8,2 Mrd. Euro zulegen konnten, vor Kompressoren (+22,7% auf 5,3 Mrd. Euro) und Berg-, Hoch- und Tiefbaumaschinen (+32% auf 3,4 Mrd. Euro).

Fast alle Maschinenkategorien wurden vermehrt nachgefragt, überwiegend mit zweistelligen Zuwachsraten. Ausnahme bildeten lediglich Textilmaschinen (-22,1%) und Druckmaschinen (-11,3%).

Deutschland bedient in den meisten Sparten zwischen 20 und 30% des chinesischen Importbedarfs und belegt in der Einfuhrstatistik in der Regel den ersten oder (nach Japan) zweiten Rang. Mit großem Abstand an der Spitze stehen deutsche Lieferanten bei Druckmaschinen, bei denen sie 44,8% der chinesischen Bezüge stellten, während der schlechteste Wert bei Berg-, Hoch- und Tiefbaumaschinen erreicht wurde (7,7%).

Aktuelle Entwicklung Mitte 2009

Insgesamt zeigt der chinesische Maschinenbau zur Jahresmitte 2009 ein durchwachsenes Bild. Wichtige Abnehmerbranchen sind wieder im Aufwind, andere wiederum haben die Talsohle noch bei Weitem nicht durchschritten. Dies zeigt sich an den aktuellsten Produktionszahlen, deren Schwankungsbreite erheblich ist.

Die Entwicklung der ersten vier Monate 2009 deutet auf ein besonders schwieriges Jahr hin. Die chinesischen Maschinenimporte gingen erstmals seit vielen Jahren im Vergleich zur Vorjahresperiode um 16,1% auf 19,2 Mrd. Euro zurück. Gleichzeitig gingen die Maschinenausfuhren um 16,3% auf 20,8 Mrd. Euro zurück.

Vom starken Rückgang waren nahezu alle Segmente betroffen. Am schlimmsten traf es ausländische Lieferanten von Textilmaschinen, die schon 2008 teilweise erhebliche Einbußen (-22,1%) zu verkraften hatten. Von Januar bis April 2009 setzte sich dieser Trend verschärft fort (- 58,4% im Vergleich zur Vorjahresperiode). Geradezu katastrophal wurden die Lieferanten von Webmaschinen getroffen, da hier die Importe im Vergleich zur Vorperiode um 86,2% einbrachen.

Negativentwicklungen verzeichneten auch die Sparten Kühltechnik (-54,6% im Vergleich zu den ersten vier Monaten 2008), Druckmaschinen (-34,8%), Nahrungsmittelmaschinen (-26,5%), Kältekompressoren (-26,5%) sowie Kunststoffmaschinen (-26,2%).

Andererseits gibt es auch Teilbereiche, die sich vom allgemeinen Abwärtstrend abkoppeln konnten. Während beispielsweise Fördertechnik mit einem Minus von nur 4,1% ohnehin gut dastand, bezog die VR China 22,9% mehr Personenaufzüge als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zuwächse verzeichneten auch die Lieferanten von Metallwalzwerken (+10,1%) und von Armaturen (+9,8%).

Die Herstellung von Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung ging in den ersten fünf Monaten von 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach NBS-Angaben um 21,1% auf 245.000 Einheiten zurück. Auch Verpackungsmaschinen lagen mit einem Minus von 9,2% auf 19.300 Stück in der gleichen Periode im roten Bereich. Hingegen profitieren beispielsweise die Baumaschinenhersteller von den Konjunkturprogrammen.

Einige Branchen scheinen besonders stark von den Konjunkturprogrammen zu profitieren. Nach Angaben des CMIF stieg beispielsweise die Bruttoproduktion bei Landmaschinen in den ersten vier Monaten 2009 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 23,4%. Sehr hohe Zuwachsraten wiesen auch Baumaschinen (+15,8%) sowie schwere Bergbaumaschinen (+18,0%) auf.

Etwas schwächer zeigten sich dagegen beispielsweise Maschinen und Anlagen für die chemische Industrie, deren Bruttoerzeugung nur um 8% zulegen konnte. Auch wiesen Ausrüstungen für die Nahrungsmittelindustrie mit einem Plus von 6,5% nur vergleichsweise geringe Zuwachsraten auf. (Quelle: gtai Köln & eigene Recherchen)

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