Derzeit wird Kohlestrom in China besser vergütet als solcher aus Wasserkraft. Dies soll sich nach den Vorstellungen der Nationalen Entwicklungs- u. Reformkommission nun ändern.
China leite erste Schritte zur Erhöhung der Wasserenergiepreise ein, um diejenigen zu unterstützen, welche solche Energieprojekte möglich machen. Dies verkündete Zhang Guobao, Vizeminister der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, am Wochenende.
„Die Kommission möchte die Preise für Strom aus Wasser in einem ersten Schritt auf dasselbe Niveau wie den Preis für Kohlestrom erhöhen”, sagte Zhang in einem aktuellen Interview. Er sagte jedoch nichts über den Zeitpunkt oder die Regionen, wo der Pilotschritt durchgeführt werden soll. “Es gibt jedoch noch Schwierigkeiten, wenn man denselben Preis für Wasserenergie wie für Kohlenstrom erzielen will”, so Zhang.
Strom aus Wasserkraftwerken wird derzeit für 0,2 bis 0,3 Yuan (2 – 3 Euro Cent) an die lokalen Energieversorger verkauft und ist somit billiger als die 0,4 bis 0,5 Yuan pro Kilowattstunde, die für Strom aus Kohlekraftwerken bezahlt werden müssen.
Die staatliche Preisgestaltung basiert auf den operativen Kosten solcher Kraftwerke zuzüglich eines vernünftigen Gewinnzuschlags. Verglichen mit Kohlekraftwerken benötigen Wasserkraftwerke normalerweise mehr Investitionen für den Bau, haben jedoch tiefere Betriebskosten. “Am Schluss werden die Preise für Strom aus den meisten Wasserkraftwerken tiefer als die Preise für Kohlekraftwerke angesetzt”, erklärte Zhang.
Tiefere Preise für Wasserenergie kamen in die Kritik, seit gemäß neuer politischer Vorgaben die Wasserkraftwerksprojekte im Lande weiter ausgebaut werden sollen.
Ende 2008 erreichten die Wasserkraftwerke Chinas zusammen eine Leistung von 170 Gigawatt. Sie erzeugten im letzten Jahr zusammen 563.300 Gigawattstunden, wie der Chinesische Elektrizitätsrat, die Industrievereinigung der Kraftwerke, berichtete. Somit machten die Wasserkraftwerke 21,6 Prozent der installierten Leistung des Landes und 16,4 Prozent seiner gesamten Stromerzeugung aus, nur Kohlekraftwerke erzeugen noch mehr.
“Derzeit sind die Kompensationszahlungen für die umzusiedelnde Bevölkerung das größte Hindernis für den Bau neuer Wasserkraftwerke in China”, erklärte Zhang. Zum Beispiel musste die Regierung 1,27 Millionen Menschen bis Ende Juni umsiedeln, um Platz für die sich vergrößernden Stauseen des 1993 begonnenen Dreischluchtendamms zu schaffen. Ein möglicher Plan für die Kommission könnte daher sein, die Preise zu erhöhen, um den Einwohnern in den betroffenen Gebieten höhere Ausgleichszahlungen anbieten zu können.
(Quelle: China Observer + CIIC)



