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China-Business: Rohstoff-Exportverbote erschweren Hybridauto-Produktion

1. September 2009 · Keine Kommentare · Automobil, Erze, Windkraft, Wirtschaft

Der Siegeszug umweltfreundlicher Technologien könnte in den nächsten Jahren durch Engpässe in der Rohstoffversorgung gebremst werden. Gefährdet ist der Nachschub an sogenannten seltenen Erden, einer Klasse von Metallen, die unter anderem zum Bau von Windkraftanlagen und Hybridautos benötigt wird.

Besonders die Elemente Lanthan und Neodym spielen eine wichtige Rolle bei der Herstellung leistungsfähiger Magnete und Batterien für Windkraftgeneratoren und Elektromotoren.

Nun plant Marktführer China, den Export dieser Rohstoffe stark zu beschränken. Stattdessen will die chinesische Regierung die Vorkommen vorzugsweise für den Eigenbedarf nutzen. Damit droht Beijing, nicht-chinesischen Produzenten von Industriegütern wie zum Beispiel Autokonzernen, Handyherstellern und Kraftwerksausrüstern von der Versorgung mit wichtigen Grundstoffen abzuschneiden. Dies könnte die internationalen Wettbewerbsbedingungen zu Gunsten heimischer Firmen verschieben.

Für die Metalle Yttrium, Thulium und Terbium soll gar ein vollständiges Exportverbot gelten. Für andere seltene Erden wie Neodym, Lanthan, Zer und das in Lasern eingesetzte Europium ist eine Gesamtexportquote von 35.000 Tonnen pro Jahr geplant.

Die Beschränkungen wird den engen Spezial-Rohstoffmarkt sehr hart treffen: Derzeit stammen bis zu 97 Prozent des weltweiten Bedarfs aus chinesischen Erzminen. Das entsprach im Jahr 2008 einer Menge von 139.000 Tonnen. Für Mitte dieses Jahrzehnts sagen Experten eine jährliche Fördermenge von bis zu 160.000 Tonnen voraus.


Experten warnen, dass der Bedarf an seltenen Erden bereits 2015 die tatsächliche weltweite Produktion um 40.000 Tonnen übersteigen könnte. Zu Beginn der 90er-Jahre hatten viele Erzminen schließen müssen, da die Erdmetallschwemme aus China die Marktpreise drückte und die Produktion unprofitabel machte.

Nun aber schlägt das Marktpendel zurück. Die Marktnachfrage nach seltenen Erden ist allein von 1997 bis 2007 um das 20-Fache gewachsen. Besonders im Bereich der umweltfreundlichen Technologien steigt die Nachfrage rapide.

Spitzenreiter im Verbrauch der seltenen Metalle ist der Toyota Prius. In jedem Auto sind 1 Kilogramm Neodym und bis zu 15 Kilogramm Lanthan verbaut. Diese Zahlen werden sich noch fast verdoppeln,  sobald das Fahrzeug noch Treibstoff effizienter konstruiert wird.

Auch für HighTech-Produkte spielen seltene Erden eine wichtige Rolle. Tantal kommt in Kondensatoren für Handys zum Einsatz, aus Neodym lassen sich leichte und gleichzeitig starke Magnete für tragbare Festplatten oder Kopfhörer herstellen. Europium liefert den roten Farbstoff für Bildschirme, Monitore und Leuchtstoffröhren. Seltene Erden sind Grundlage für eine neue Generation von Supraleitern, die Strom bei höheren Temperaturen leiten können als ihre Vorgänger.

Um den Bedarf an den Metallen zu decken, sollen jetzt stillgelegte Erzlagerstätten in Kanada und Australien mit großem Investitionsaufwand reaktiviert werden. Aber das dauert mehrere Jahre und verschlingt Hunderte Millionen Euro. (Quellen: China Daily & Financial Times Deutschland)


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