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China Wirtschaft im Yangtse-Delta

4. September 2009 · Keine Kommentare · Regionen, Wirtschaft, Yangtse-Delta

Das Yangtse-Delta besteht aus den Provinzen Zhejiang und Jiangsu sowie der Stadt Shanghai, die als sogenannte regierungsunmittelbare Stadt direkt der Zentralregierung unterstellt ist und den Rang einer Provinz hat. Es hat eine Fläche von 220.000 qkm, 145 Mio. Einwohner und verfügt über 16 Millionenstädte. Das Delta ist einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte der VR China. Hier wird rund ein Fünftel des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erwirtschaftet.

Yangtse_GebietEtwa 22% der chinesischen Exporte werden im Yangtse-Delta gefertigt. Außerdem nimmt das Delta mehr als ein Drittel der Einfuhren ab.

Das Yangtse-Delta in China hat sich zu einem Magnet für ausländische Direktinvestitionen entwickelt. Die Hälfte des in China real genutzten Auslandskapitals konzentriert sich derzeit auf diese Region. Von den 500 größten Unternehmen der Welt haben sich bereits über 400 in der Deltaregion niedergelassen. Insgesamt haben sich fast 100.000 Unternehmen mit ausländischem Investitionsanteil bis Ende 2007 im Yangtse-Delta angesiedelt.

Zu den Wirtschaftszentren des Yangtse-Deltas zählen unter anderem Shanghai, Hangzhou und Nanjing. Nach Ansicht von Experten entwickelt sich die Region um die mittleren und großen Städte zu einem Hightech-Korridor im Wirtschaftsraum des Jangtse-Deltas. Das Delta werde sich dadurch zu einem Zentrum für Innovation und zur Erhöhung der Produktivkraft entwickeln.

Aufgrund der Lage an einem der wichtigsten Binnenwasserstraßen, dem Yangtse, und dem Ostchinesischen Meer ist das Yangtse-Delta ein wichtiger Warenumschlagsplatz und beheimatet einige der größten Häfen des Landes (Shanghai, Lianyungang, Ningbo, Suzhou, Wenzhou). Die Wirtschaftsregion ist entsprechend stark von Handel und Logistik geprägt. Die verarbeitende Industrie des Deltas ist eine Mischung aus Leicht- und Schwerindustrie, Hightech und Lowtech. Textil- + Bekleidungshersteller sind hier genauso zu Hause, wie Stahlproduzenten, Chemiekonzerne oder Automobilbauer.



Die Industrie der Provinz Jiangsu ist geprägt von Elektronikherstellung, der Chemiebranche, der Fertigung von Textilien und Bekleidung sowie dem Maschinenbau und Schiffsbau. Diese Sektoren stellten 2007 mehr als die Hälfte der Bruttoproduktion der Provinz. Jiangsu ist das Zentrum der chinesischen Textil- und Bekleidungsindustrie. 2007 wurden hier 46,8% der gesamten chinesischen Bruttoproduktion gefertigt.

Die Provinz nimmt auch im Schiffbau eine starke Stellung ein. Laut Statistik produzierte die Branche im Jahr 2008 in der Provinz Jiangsu Schiffe mit einer Tonnage von 8,8 Mio. DWT. Das waren 102% mehr als im Vorjahr. Jiangsu stellte damit 30,6% der chinesischen Gesamtproduktion und 9,0% des weltweiten Neubauvolumens.

Im innerchinesischen Vergleich liegt die Provinz mit diesen Ergebnissen weit vor dem zweit platzierten Shanghai (Anteil an der chinesischen Gesamterzeugung 2008: 23,9%) oder Zhejiang (18,0%) auf Rang drei. Insgesamt entfallen auf das Yangtse-Delta 72,5% des chinesischen Schiffbaus.

Im Gegensatz zu Jiangsu spielt der Elektroniksektor in Zhejiang eine untergeordnete Rolle. Während dieser Sektor in Jiangsu 2007 etwa 16,2% der gesamten industriellen Bruttoproduktion stellte, waren es in Zhejiang nur 5,1%. Dagegen sind Textilien und Bekleidung vergleichsweise stark, und auch der Maschinenbau ist mit einem Anteil von 9,6% an der Bruttoproduktion eine wirtschaftliche Säule der Provinz.

Yangtse_StadtDie Industrie der Stadt Shanghai wird von der Elektronikbranche, Maschinenbau, Chemie und Autobau geprägt. Noch bedeutender als die verarbeitende Industrie ist aber der Dienstleistungssektor, der 2007 etwas mehr als 50% zum regionalen BIP beitrug. So ist Shanghai das wichtigste Finanzzentrum des Landes, mit Niederlassungen zahlreicher in- und ausländischer Banken, einer Aktienbörse und zahlreichen Rohstoffbörsen. Daneben spielt vor allem Logistik und Handel eine bedeutende Rolle.

Maschinenbau

Das Yangtse-Delta ist das Zentrum des chinesischen Maschinenbaus. 2007 stellte die Region mit einer Bruttoproduktion von rund 102 Mrd. Euro knapp 37% der gesamten Branchenfertigung der VR China her und lag damit weit vor dem Perlfluss-Delta oder dem Norden des Landes. Nahezu jedes zweite chinesische Maschinenbauunternehmen befindet sich im Yangtse-Delta. Selbst das vergleichsweise kleine Shanghai lag 2007 mit einer Bruttoproduktion von 25,5 Mrd. Euro weit vor Guangdong mit 20,7 Mrd. Euro.

Die etwa 16.800 Maschinenbauunternehmen der Region hatten 2007 circa 2,15 Mio. Mitarbeiter, das sind 42,8% aller landesweit im Maschinenbau beschäftigten Arbeitnehmer. Das bedeutet, dass die Erzeugung überaus zersplittert ist und in einem Maschinenbaubetrieb durchschnittlich nur 130 Mitarbeiter beschäftigt sind. Landesweit arbeiten 6,77 Mio. Menschen in über 40.000 Unternehmen der Branche; dies entspricht 170 Mitarbeitern pro Betrieb.

Die Nettoproduktion im Maschinenbau im Yangtse-Delta belief sich 2007 auf geschätzte 26,5 Mrd. Euro. Entsprechend dieser Zahlen lag die Produktivität pro Kopf und Jahr bei 12.320 Euro: Dies entspricht ziemlich genau der landesweiten durchschnittlichen Produktivität, deren Nettowertschöpfung mit 83,9 Mrd. Euro angegeben wird.


Chemische Industrie im Yangtse-Delta

Das Yangtse-Delta ist das Zentrum der chinesischen Chemiebranche. Mehr als ein Drittel der Gesamtproduktion konzentriert sich in der Region, und bei manchen Erzeugnissen wie bei Chemiefasern stellt das Delta sogar mehr als 70% des nationalen Outputs. Im Yangtse-Delta arbeiteten 2007 gut 1,9 Mill. Menschen in den 14.500 Betrieben, die chemische Erzeugnisse herstellen.

Die Bruttoproduktion belief sich auf 166,2 Mrd. Euro, wobei der Schwerpunkt der Erzeugung bei Chemiefasern liegt. In diesem Segment stellte das Delta 2007 mit einem Wert von 30 Mrd. Euro einen Anteil von 71,2% des gesamten chinesischen Outputs. Die Produktion von Fertigerzeugnissen aus Kunststoffen belief sich im selben Jahr auf rund 29 Mrd. Euro – entsprechend einem Anteil von 34,8% an der gesamten chinesischen Produktion.

Auf Chemikalien entfallen zwar mehr als 55% der gesamten Bruttoproduktion von Chemischen Erzeugnissen im Delta, dies entspricht aber nur 33,4% der gesamten Erzeugung dieser Sparte in China. Am geringsten ist der Anteil des Deltas an der Herstellung von Arzneimitteln. Mit einer Bruttoproduktion von 13,3 Mrd. Euro nimmt die Region einen Anteil von weniger als 25% ein. (Quelle: gtai Köln)

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