Experten erwarten in der deutschen Solarwirtschaft eine Pleitewelle, obwohl der Staat die Branche direkt und indirekt mit beachtlichen Summen fördert. Doch davon profitieren die inländischen Hersteller kaum noch. Nachdem zahlreiche Zellenhersteller massiv in die roten Zahlen gerutscht sind, fürchten Branchenexperten nun einen Niedergang vieler Unternehmen.
Vor allem China hat seine Stellung bei der Solartechnik massiv ausgebaut. Binnen zwei Jahren stieg der Weltmarktanteil des Landes auf mehr als 30 Prozent. Und auch andere asiatische Staaten wie Taiwan, Südkorea und Indien holen auf.
Chinesische Hersteller wie Suntech Power, Yingli Solar oder Trina Solar profitieren davon, dass sie deutlich günstiger arbeiten als ihre deutsche Konkurrenz. Nach aktuellen Berechnungen der Schweizer Großbank UBS bauen chinesische Unternehmen Anlagen mittlerweile um ein Drittel günstiger. Die Preise für Solarmodule rutschen deshalb weltweit immer tiefer.
Die einst gefeierten deutschen Hersteller können nicht mehr mithalten. Es besteht die Gefahr, dass asiatische Hersteller über kurz oder lang die hiesigen Unternehmen vom Markt verdrängen, wenn diese nicht endlich offensiv gegensteuern.
Es gibt daher nur eine sinnvolle Strategie: Die Deutschen müssen zukünftig selbst in Asien umfassend produzieren und damit auch Arbeitsplätze verlagern!
Branchengrößen wie Marktführer Q-Cells machen überhaupt keine Gewinne mehr. In den ersten sechs Monaten 2009 erlitt das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 37% und verzeichnete einen Verlust von 706,9 Millionen Euro vor Steuern. Ein Jahr zuvor stand zur Jahresmitte noch ein Plus von 107,1 Millionen Euro in den Büchern. Ähnlich erging es dem Erfurter Solaranlagenhersteller Ersol, einer hundertprozentigen Bosch-Tochter, bei der die Verluste allerdings in absoluten Zahlen geringer blieben: Verlust – 13,4 Millionen Euro nach einem Gewinn von 18,57 Mio. im 1. Halbjahr 2008. Der Umsatz brach um 43,9% ein.
Der deutsche Markt ist für alle Marktteilnehmer wegen der enormen Subventionen besonders interessant, die der Verbraucher mit seinen Stromrechnungen zwangsweise bezahlen muss: Je Kilowattstunde Sonnenenergie rund 47 Cent, insgesamt bis zu 90 Milliarden Euro. Deutschland installiert derzeit fast die Hälfte der gesamten Fotovoltaik-Weltmarktproduktion.
China hat Deutschland bei der Solarproduktion überholt und lag 2007 erstmals auf Platz eins. In 2007 wurden in Deutschland Solarzellen mit einer Leistung von 875 Megawatt produziert. In China waren es dagegen 1200 Megawatt. Der globale Marktanteil der Chinesen stieg in diesem Jahr von 15 auf 28 Prozent. Der deutsche verharrte bei 20 Prozent. Insgesamt stammen schon 65 Prozent der weltweit produzierten Solarzellen aus Asien.
Weit vorne liegt neben China auch Japan. In den asiatischen Herstellerländern gibt es keine oder kaum eine staatliche Förderung für Solarnutzer. Die Firmen verkaufen ihre Ware vorzugsweise auf subventionierten Märkten wie Spanien, Frankreich oder Deutschland. Es gibt derzeit in China kaum einen nennenswerten Binnenmarkt. Deutschland ist inzwischen Netto-Importland. Gerade mal die Hälfte der Nachfrage wird noch mit inländischer Ware abgedeckt.





