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Droge Spekulation: Chinesische Millionäre schulden Investmentbanken plötzlich Millionen Yuan

28. Juni 2009 · Keine Kommentare · Finanzen, Wirtschaft

In den letzen Jahren haben viele chinesische Investoren bei ausländischen Banken große Verluste erlitten. Sie alle kauften ein Wertpapier, das heute den Spitznamen “I will kill you later” trägt.

Die Beijinger Geschäftsfrau Hao Ting wurde 2007 von einem Vermögensberater der singapurischen DBS Bank überzeugt und investierte 80 Millionen Yuan in ein Wertpapier namens KODA. Nach einem Jahr fand sie, dass sie der Bank plötzlich noch 90 Millionen Yuan schuldete. Weil sie die “Schulden” nicht mehr tilgen kann, hat die Bank nun in Beijing und Hongkong einen Prozess gegen sie angestrengt.

Das ist kein Zufall. Es gibt in Beijing duzende Millionäre, die durch diese “Vermögensverwaltung” alle Geldmittel verloren und jeweils den Banken noch Millionen Yuan schulden. Der Beijinger Rechtsanwalt Lai Jianping hat auf gleicher Weise bei der niederländischen ABN AMRO Bank (Hong Kong) 21 Millionen Yuan eingebüßt.

Finanzieller Knockout. KODA ist die Abkürzung von “Knock Out Discount Accumulator” und ein ziemlich kompliziertes Finanzinstrument. Sie werden meistens bei Hongkonger Filialen internationaler Investmentbanken verkauft. Ihre Besonderheiten sind begrenzter Gewinn und grenzlose Risiken: Zum Beispiel vereinbaren eine Bank und ein Anleger auf einen bestimmten Preis für eine Aktie. Die Geldmittel des Anlegers bei der Bank sind Hinterlegungssumme. Wenn der Aktienkurs auf den vereinbarten Preis steigt, gibt die Bank dem Anleger 10 bis 20 Prozent der Investitionsmittel. Aber wenn der Aktienkurs sinkt, wird die Bank für den Anleger täglich in einem Jahr mit dem vereinbarten Preis die Aktie kaufen. Der Anleger darf den Vertrag nicht stoppen. Viele Brancheninsider gibt dem Wertpapier “Accumulator” einen schrecklichen Spitznamen: I will kill you later.

Hao Ting und Lai Jianping sagen, dass die Vermögensberater ihnen nicht erklärt hätten, wie gefährlich und kompliziert das Wertpapier sei. Sie behaupten, der Vertrag beziehe sich nur auf Kauf billigerer Aktien und die 150 Seiten langen Verträge werden allein auf Englisch geschrieben. Mit Vertrauen zu den qualifizierten Fachleuten haben sie den Vertrag unterzeichnet.

Viele Unternehmen betroffen. Rund 14,7 Milliarden Hong Kong-Dollar (1,43 Milliarden Euro) hat das chinesische Konglomerat Citic Pacific 2008 verloren, weil sie in Hong Kong mit 13 ausländischen Banken die “Accumulator”-Verträge über Australische Dollar unterzeichnet hatten. Danach fiel die Währung um etwa 30 Prozent und riss ein gewaltiges Loch in die Konzernkasse. China Eastern Airlines und Air China verloren am letzten Jahresende auch Milliarden Yuan bei ähnlichen Verträgen. Im März 2009 hat die Kommission für Kontrolle und Verwaltung des Staatsvermögen den großen Staatsunternehmen offiziell verboten, in diese komplizierten Wertpapiere zu investieren.

Opium Profit. Huang Ming ist Finanzprofessor bei der amerikanischen Cornell Universität. Er sagt, solche komplizierte Finanzinstrumente wie KODA werden meistens an der Wall Street entworfen. Aber sie werden selten in den USA, sondern meistens in Asien verkauft, da die Kontrolle und Überwachung in den USA strenger sind. Außerdem haben die asiatischen Anleger blindes Vertrauen an den großen Investmentbanken und keine Ahnung von den hohen Risiken der Finanzinstrumente. Huang bezeichnet diese gefährliche Wertpapiere der internationalen Investmentbanken als “Finanzopium”.



Quelle: CCTV

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