Steuerrecht in China
Das Steuerrecht in China ist kompliziert und besonders für Ausländer nicht immer verständlich und nachvollziehbar. Zudem gibt es ständig Veränderungen und auch öfters neue „Steuerkreationen“. Ohne professionelle fachliche Hilfe kann man als ausländisches Unternehmen oder auch als Expat durch diesen Dschungel nicht heile durchkommen. Ein Steuervergehen wird in China erheblich härter bestraft als in Deutschland. Mit ertappten Steuersündern wird in China nicht gerade zimperlich umgegangen.
Einkommenssteuer in China
Die Steuer auf Einkommen wird in China Privateinkünftesteuer genannt und ist auch für Ausländer vom Grundsatz gut nachvollziehbar. Es gibt eine klare Struktur mit 9 Progressionsstufen, die sich am Bruttomonatseinkommen abzüglich gezahlter Sozialversicherungsbeiträge orientiert. Wer unter 500 RMB (ca. 53 Euro) im Monat verdienst, zahlt nur eine Einkommenssteuer von 5 %. Bei einem Verdienst zwischen 500 und 60.000 RMB steigt die Steuer von 10 % auf 30 %. Bei einem Einkommen zwischen 60.000 und 100.000 RMB ist eine Einkommenssteuerabgabe zwischen 35 und 40 % fällig. Ab einem Monatseinkommen von 100.000 RMB greift der Spitzensteuersatz von konstant 45 %. Man sieht: China ist nicht unbedingt ein Steuerparadies. Aber was wären die Steuerbürokraten ohne Ausnahmeregelungen und Absetzungsmöglichkeiten. Davon gibt es auch in China Tausende.
Steuerdickicht in China
Kenner behaupten, dass in China alles nur Erdenkliche mit Steuerpflichten belegt wird und dass die Steuerbehörden ständig nach neuen Versteuerungsmöglichkeiten Ausschau halten. Das ist tendenziell sicher richtig und nur wenig übertrieben. Denn die Karaoke-Steuer oder die Besteuerung von hölzernen Essstäbchen zum Schutz der chinesischen Wälder scheint selbst für die steuergequälten Deutschen etwas weit hergeholt. Nachvollziehbarer sind da etwa die Holzboden-Steuer und die Steuer für Golf-Clubs. Was in China wirklich alles mit Steuern belegt wird, ist nicht immer klar erkennbar.
Selbst für viele gut ausgebildete Chinesen mit Businesserfahrung sind die Steuergesetze Chinas ohne jede Transparenz und nicht nachvollziehbar. Aber warum soll es denen auch besser gehen als uns Deutschen.
Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft sind auch in China durchaus verbreitet. Dies wird auch dadurch erleichtert, dass die Chinesen im Privat- wie im Geschäftsleben immer noch eine starke Präferenz für Bargeschäfte ohne Einschaltung eines Bankkontos oder einer Kreditkarte besitzen.
Steuerberater und Steuervergehen
Wer in China als Ausländer Geschäfte machen will, der sollte sich hinsichtlich der Steuern und des Steuerrechts rechtlich beraten und betreuen lassen. In den großen Städten und in den Industriezentren findet man auch bekannte internationale Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien. Die berechnen allerdings auch internationale Gebührensätze. Es gibt auch kompetente chinesische Kanzleien mit deutlich niedrigeren Gebühren und besserer lokaler Vernetzung. Hier fehlt allerdings in manchen Fällen Detail-Knowhow über die internationale Steuerproblematik in Hinblick auf Besteuerung der transferierbaren Gewinne, Doppelbesteuerungsabkommen usw.
Gute rechtliche und steuerstrategische Beratung ist gerade bei größeren Vertrags- und Geschäftsabschlüssen wichtig und unabdingbar, denn Unwissenheit schützt auch in China nicht vor Strafe. Dieses Risiko sollte man deshalb als ausländisches Unternehmen in China nicht unnötig eingehen. Steuervergehen werden dort hart bestraft. Selbst eine lebenslange Haftstrafe ist – zumindest für Chinesen – nicht gerade selten.
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